Was während einer Qualifizierung im Schulungszentrum Fohnsdorf entstand, sorgt tausende Kilometer entfernt für nachhaltige Wirkung: Ein Raketenofen, gefertigt von Teilnehmenden der Qualifizierung im Bereich Stahlbautechnik, ist sicher in Nepal angekommen und wurde dort an eine Schamanin im Bergdorf Mude Basle übergeben.
Vom Tag der offenen Tür in Fohnsdorf nach Nepal
Die Idee entstand beim Tag der offenen Tür des SZF. Dort wurde Milan Vrecl, Mitgründer der Hilfsinitiative TIA for a smile, auf den Raketenofen im SZF aufmerksam. Sein Anliegen: Alternativen zum Kochen und Heizen in nepalesischen Bergdörfern finden, wo vielerorts noch auf offenen Feuerstellen am Boden gekocht wird, und das häufig ohne Rauchabzug. Die Folgen sind stark verrußte Innenräume und gesundheitliche Belastungen durch Rauchentwicklung. Der Raketenofen bietet hier eine einfache, robuste und deutlich rauchärmere Alternative.
Technik, die verbindet
Das Fertigen eines Raketenofens ist ein fixer Bestandteil der Qualifizierungen Maschinenbautechnik und Stahlbautechnik. Die Teilnehmenden fertigen den Ofen vollständig selbst. Mithilfe einer Moodle-Lerneinheit werden sie durch die Fertigungsschritte angeleitet und von Trainer*innen begleitet. So bauen sie ihre Kompetenzen in Metallbearbeitung, Verbindungstechniken und Qualitätsprüfung gezielt aus – und am Ende entsteht ein funktionsfähiger Ofen. Genau solch ein Raketenofen fand seinen Weg nach Nepal und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie Technik verbinden kann.
Milan Vrecl, Mitgründer der Hilfsinitiative TIA for a smile übergibt den Raketenofen an Damini, die Schamanin des Dorfes Mude Basle
Übergabe im Dorf Mude Basle
Der Ofen wurde von Milan Vrecl persönlich nach Nepal gebracht und an Damini, die Schamanin des Dorfes Mude Basle, übergeben. Sie spielt eine wichtige Rolle als Multiplikatorin in der Region. In vielen Dörfern gelten die traditionellen Kochstellen – meist einfache Steine – als heilig. Entsprechend sensibel ist die Einführung neuer Lösungen. Die Rückmeldung aus Nepal: Der Raketenofen ist gut angekommen und leistet einen wertvollen Beitrag.
Begleitet wurde die Projektreise von einer Redakteurin von MeinBezirk, die in einem Reisetagebuch über die Eindrücke vor Ort berichtete: https://www.meinbezirk.at/murtal/c-reisen